L.A.R.S. – Åsane, Bergen, Norwegen

L.A.R.S. geht der Frage nach, wie in Åsane in der Peripherie Bergens, entlang der Autobahn, zwischen Shopping, Gewerbe und suburbanen Wohngebieten, ein Zentrum konzipiert werden kann. Durch das Stützen auf Freizeit- und Auto-bezogene Praktiken und das Erklären der individuellen Logiken der vorstädtischen Programme zum Prinzip, entwickelt das Projekt eine  ortspezifisch  geprägte Form der Urbanität, anstatt ein ortsfremdes städtisches Model zu importieren.

Zwei parallele Strategien aktivieren die widersprüchlichen Potentiale von Autobahnausfahrt und Landschaftsnähe: Die existierende Shopping Mall wird ausgeweitet und bestehende Landschafts- und Sporträume werden verknüpft. Beide Maßnahmen überbrücken jeweils die das Zentrum zerschneidende Autobahn. In beiden Bereichen werden – dem Maßstab der Umgebung entsprechend – große Volumen platziert. Hierin lagern sich unterschiedliche programmatische Enklaven – gemäß den ihnen eigenen Lagepräferenzen und Typologien:  Einzelhandel, Büros, Wohnungen, soziale Einrichtungen.

Im Entwurf als beweglich und verformbar verstanden, reagieren Schichten und Volumen auf das landschaftliche Kapital der Lage und passen sich dem Aussicht und Auslauf suchenden Wohnen an. View-far Apartments  blicken auf die Hügelkuppen, ihre Drehungen veranlassen Balkone und Höfe in den anderen Schichten. Walk-out Apartments führen in die Natur, sie richten die grund gebundenen Wohnblocks an den Wegen, die in den Landschaftraum führen, aus.

Resultat der angewandten städtebaulich-architektonischen Kombinatorik und der  multidirektionalen Morphologie sind vielfältige vertikale und horizontale Beziehungen, die – und das ist das Anliegen dieses Projekts – auf sozialer Ebene unerwartete Begegnungen und spannende Nähebeziehungen ermöglichen.

 

Internationaler Wettbwerb Europan 8, 2005: 2. Preis
Auftraggeber: Bergen Tomteselskap
Programm: 470 Wohnungen, 10.350 m2 Einzelhandel, 11.100 m2 Büroflächen, 8.500 m2 kulturelle und soziale Einrichtungen, 1.500 Parken
Team: Sabine Müller, Andreas Quednau, Petr Baletka

Projekte, Stadt, Wettbewerbe
01/02/2006