Regenmacher – Casablanca, Marokko

“Rainmaker – Zu einer wasserbasierten Urbanität” ist eine Strategie für die Urbanisierung des Großraums von Casablanca. Die Region kann sich damit den Herausforderungen des Wachstums durch Zuwanderung und der zunehmenden Trockenheit stellen. Die langfristig angelegte Strategie soll den natürlichen (kleinen) Wasserkreislauf wiederbeleben und Verdunstung, Kondensation und Niederschlag fördern.
Dazu darf das Wasser die Landschaft nicht verlassen. Anstatt Wasser durch Kanalisationseinspeisung in den Ozean zu leiten wird das Abwasser der Stadt vorbehandelt und in die Region zur Bewässerung und Düngung von Plantagen geführt. Hier verdunstet es wieder und reichert die Wasserkreislaufmenge an. Die Verdunstung des Wassers reduziert die Oberflächentemperaturen, was wiederum Niederschläge fördert. Die Plantagen verbessern die Wasserspeicherkapazität der Böden,  Oberflächenabflussmengen werden reduziert – und schattige Parks entstehen.

Um den Bevölkerungsdruck nachzukommen und das Grund- und Quellwasser nicht weiter zu beanspruchen wird die Wasserversorgung in einer Übergangsperiode durch eine neue lokale Infrastruktur gewährleistet: geschlossene Gewächshäuser verwenden das Grauwasser der Haushalte wieder und versorgen diese gleichzeitig mit Nahrung und Einkommen. Neuansiedlungen werden von diesen gläsernen Stadtmauern gerahmt.

Der Wasserkreislauf hat so die Möglichkeit sich zu regenerieren. Steigen die Niederschläge kann das Grauwasser weiterer Siedlungen in die offene Land- und Gartenwirtschaft geleitet werden – was die Frequenz des Zyklus abermals erhöht.

 

“Rainmaker – Zu einer wasserbasierten Urbanität” wurde im Rahmen von “Urban Agriculture as an Integrative Factor of Climate-Optimised Urban Development” entwickelt. Urban Argiculture Casablanca ist ein Projekt der Technischen Universität Berlin gefördert durch das Forschungsprogramm “Future Megacities” vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) .

 

Team: Sabine Müller, Andreas Quednau, Robert Gorny, Winston Hampel
In Zusammenarbeit mit: Anna Viader and Marco Schmidt

Forschung, Landschaft, Nachhaltigkeit, Stadt
02/12/2010