Wohnungsbau Agnes-Hundoegger-Weg – Hannover

Das vorgeschlagene Gebäudeensemble, bestehend aus vier zueinander versetzt angeordneten und zum Teil in einander verschränkten, viergeschossigen Punkthäusern. Sie vermittelt zwischen den nördlich anschließenden vier- bis sechsgeschossigen, in Zeilenbauweise errichteten Mehrfamilienhäusern und den südlich des Plangebiets gelegenen zwei- bis dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern an der Straße An der Engesohde. Im Zusammenspiel mit der anschließenden Bebauung formuliert das Gebäudeensemble, als Gegenüber der westlich gelegenen 2½-geschossigen Doppelhäuser und des Schulareals der Freien Waldorf Schule, entlang des Erich-Wegner-Wegs eine aufgelockerte und durchlässige Bebauungskante. In der freiräumlichen Gestaltung spiegeln sich die zwei Seiten der Kante wider: eine mit Hecken eingefriedete “Stadtseite” und eine mit hohen Gräsern gestaltete “Seeseite”. In seiner Materialität fügt sich das Gebäudeensemble in die Umgebung ein, formuliert jedoch durch die klare kubische Form eine eigenständige Identität.

Durch die extrem kompakten Häuser werden trotz der hohen städtebaulichen Dichte und des geringen Grundanteils attraktive und gut nutzbare Außenräume geschaffen, die vielfältige Durch- und Ausblicke auf die umgebenden naturräumlichen Qualitäten des Grundstückes bieten. Die vier zueinander versetzt stehenden Punkthäuser formulieren offene Höfe, die zum einen die Sonne tief ins Innere der Häuser eindringen lassen und zum anderen Aufenthaltsbereiche im Außenraum schaffen: nachbarschaftliche Kommunikationszonen die sich großzügig zum Eingangsbereich und über das Gelände der Freien Waldorf Schule in Richtung zum Maschsee hin öffnen.

Die drei verketteten Häuser bieten Raum für 54 Mietwohnungen. Das abgelöst stehende Haus bietet Raum für 12 Eigentumswohnungen. Zwischen beiden hindurch verbindet eine quartiersinterne Durchwegung den von der Alten Döhrener Straße kommenden Stichweg mit dem Erich-Wegner-Weg. Unterirdisch sind alle Häuser durch eine eingeschossige Tiefgarage verbunden.

Gebäudekonzept
Die Wohnungen sind zentral an das Treppenhaus angedockt, daran anschließend liegt die Zone der Nebenräume mit Installationsschächten. An diesen massiv ausgeführtem Kern schließen die Wohnräume ringförmig an. Da sich in diesem Ring keine tragenden Wände befinden, sind flexible bzw. schaltbare Wohnungsgrundrisse möglich. Alle Außenöffnungen sind als raumhohe Fenstertüren ausgebildet und öffnen sich meist zu den Balkonen, Terrassen oder Austritten. Dadurch verfügt jede Wohnung über großzügige Freibereiche.

In den Überschneidungen der Punkthäuser liegen große 4-Zimmerwohnungen mit besonderen räumlichen Qualitäten. Der Wohnraum ist dabei ein „Brückenraum“, der zur sowohl zur Stadtseite als auch zur Seeseite ausgerichtet ist.

Die vier Häuser bilden jeweils kleine, unabhängige Hausgemeinschaften mit 13 bis 18 Wohneinheiten und damit gute Voraussetzungen auch durch „Baugruppen“ gekauft bzw. angemietet zu werden. In diesem Fall könnten z.B. die 1,5- oder 2-Zimmerwohnungen des Erdgeschosses jeden Hauses als Gemeinschaftsraum durch die Hausgemeinschaft einer „Baugruppe“ genutzt zu werden.

 

Städtebaulich-hochbaulicher Wettbewerb Alte Döhrener Straße in Hannover (2014): 1. Preis

Baubeginn ist Dezember 2016 erfolgt.

Bauherr: Theo Gerlach Wohnungsbau-Unternehmen GmbH & Co. KG, Hannover
Grundstücksfläche: 5.333 m²
Geschossfläche: 5.835 m²   

Realisierung
Team: Andreas Quednau, Sabine Müller, Daniel Gross, Desislav Drenski, Lisa Thrainer, Lorenzo Ciccu, Aryn Machell,
in Zusammenarbeit mit lad+ (landscape), Furche Geiger Zimmermann (structure).

Wettbewerb
Team: Andreas Quednau, Sabine Müller, Niccolò Cozzi, Silke Heydasch, Jorge Valiente Oriol, Adrian Calitz (visualization).

Architektur, ausgewählte Projekte, Stadt, Wettbewerbe
06/12/2016