Neuer Markt – Rostock

Mit der Entwicklung der Nordseite des Neuen Markts soll der Stadtgrundriss der Innenstadt Rostocks arrondiert werden, durch neue Nutzungen ergänzt und zu einem Ort werden, der sowohl die Geschichte respektiert aber auch zeitgenössisch prägnant ist.

Stadtgrundriss:
Ausgehend von den historischen Stadträumen beseitigt der vorgeschlagene Stadtgrundriss raumstrukturelle Brüche. Die Nordseite des Neuen Markts wird darin durch vier Blöcke ergänzt, die jeweils aus mehreren „Häuser“ gebildet und so gegliedert werden und die Maßstäblichkeit der mittelalterlichen Struktur der Rostocker Innenstadt aufgreifen. Sie arrondieren das Stadtgefüge und schaffen eine Platz- und Raumfolge, welche die historischen Wegebeziehungen und die Topographie, die die Entwicklung Rostocks seit dem Mittelalter geprägt hat, erlebbar und lesbar macht. Auf die Maßstäblichkeit der Innenstadt wird mit der Topographie folgenden Gebäudeabstufungen und Traufen, leicht geneigten Dächer und markanten Giebeln an den wichtigen Platzseiten reagiert.

Nutzungsmischung:
Ziel ist die Schaffung eines vitalen Innenstadtstandorts für Handel, Dienstleistungen und Handwerk, öffentlicher Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Kultur und Gastronomie. Die baulichen Strukturen sind so entwickelt, dass sie sich zum öffentlichen Raum hin öffnen, Schauseiten und Eingänge formulieren. Zur Belebung der Innenstadt außerhalb der Geschäftszeiten wird ein angemessener Flächenanteil für Wohnnutzung vorgeschlagen. Dabei kann die Nutzungsmischung vertikal geschichtet auf den Baufeldern realisiert werden oder durch ein Nebeneinander in „Häusern“ mit unterschiedlichen Nutzungen. Das Wohnen kann dabei entweder in den oberen (Dach-)Geschossen oder aber in einzelnen „Häusern“ entwickelt werden. Die Blockkonfiguration weist eine hohe Flexibilität auf, so dass sie auf tatsächliche Nutzungskonzepte auch in einem späteren Planungsschritt angepasst werden können.

Leitbild des städtebaulichen Entwurfs ist eine Synthese von Zeitgenossenschaft und historischem Bewusstsein. Mit den Giebelhäusern an der Nordseite des Neuen Markts und der Südseite des Platzes Am Schilde greift der Entwurf historische Motive auf, die einst das Stadtbild von Rostock prägten und interpretiert diese unter heutigen Anforderungen neu.
Zusammengefasst geht die vorgeschlagene Planung von den historischen Stadträumen aus und setzt diese mit wenigen, robusten städtebaulichen Prinzipien um (Platzkonturen, Gebäudeabstufungen, Gliederung der Blöcke in „Häuser“, Traufkante auf einer Höhe von maximal vier Geschossen, Landmarken-Setzung in Form von Giebelständigen Häusern an den wichtigen Platzseiten).

 

 

Städtebaulicher Ideenwettbewerb: 1. Preis
Auftrageber: Hansestadt Rostock
Programm:  Kulturelle und öffentliche Nutzungen, öffentliche Verwaltung, Büronutzung, Einzelhandel und Wohnungen
Bearbeitungsgebiet: 3,75 ha
Team: Sabine Müller, Andreas Quednau, Niccolò Cozzi, Silke Heydasch, Adrian Calitz, Jorge Valiente Oriol, Winston Hampel, Jan-Erik Raupach, Alexandra Berdan, Maria Martins, Alicja Wozniak

Stadt, Wettbewerbe
30/09/2014