Quartier Wintergarten-Hochhaus – Leipzig

In der Stadtfigur “Terz“ umspielen zwei neue Gebäude das Wintergarten-Hochhaus und bilden gemeinsam, gruppiert um eine urbane Platzsituation, ein Ensemble von drei gestaffelten im Kontext verankerten Hochpunkten. „Terz“ schöpft das dreidimensionale Potential der Stadt aus – volumetrisch und programmatisch – und etabliert so einen besonderen Ort an zentraler Stelle in Leipzig.

Städtebauliche Einbindung: „Terz“ verhandelt die Besonderheit der Lage zwischen Innenstadtring mit großen, zum Teil öffentlichen Programmen einerseits und dem Quartier des „grafischen Viertels“ mit Mischnutzung anderseits. Der Ort stellt vielfältige und zum Teil widersprüchliche Anforderungen an eine zukünftige Bebauung des zu bearbeitenden Grundstücks: Geschossflächen-Maximierung sowie Durchlässigkeit, Zeichenhaftigkeit sowie Angemessenheit und Kontextualität. Zur Beantwortung der Zielvorstellung schlagen wir zwei im Schnitt L-förmige Baukörper vor mit denen eine zweifache Strategie verfolgt wird:

1. Vertikalität: Hochpunkte erlauben den Standort der Lage entsprechend zu verdichten, ohne ihn vollständig zu überbauen. Sie stehen in Korrespondenz zur Vertikalität des Wintergarten-Hochhauses und binden es in ein Ensemble ein. Als solches etabliert es den Ort baulich markant am Innenstadtring. Die Höhenstaffelung wirkt zum Bahnhof hin perspektivisch und schließt mit dem niedrigsten Punkt an die Gebäudehöhe des Victor’s Residenz-Hotel an.

2. Horizontalität: Durch 3- bzw. 4- geschossige „Sockel“ wird die straßenräumliche Einordnung in die gründerzeitliche Bebauung erreicht. Die Konturen nehmen die Fluchten der Nachbarbebauung auf, orientieren sich an den Höhen der gegenüberliegenden Bebauung und bilden blockartige Raumkanten aus: Die Straßenflucht der Wintergartenstraße wird wieder hergestellt, der Querstraße wird zu einem Raum. Die beiden vorgeschlagenen Gebäude sind die Mosaiksteine, durch die der räumliche Anschluss des „grafischen Viertels“ an den Ring hergestellt wird.

Beide Strategien ergeben einen platz-artigen Raum mit fußläufigen Durchgängen in das „grafische Viertel“. Er ist die Stadtterrasse des Viertels und gleichzeitig Zielort am Ring.

 

Städtebaulicher Ideenwettbewerb
Auftraggeber: Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH
Programm: Büroräume, Hotel, Fitness Centre, Hallenbad, Bar und Auditorium, Restaurant und Einzelhandel
Brutto-Geschossfläche: 17.500 m2
Team: Sabine Müller, Andreas Quednau, Robert Gorny, Matthias Titze, Sabrina Meyer, Paola Bagna

Architektur, Stadt, Wettbewerbe
01/01/2010